Burg Latsch

Ursprünglich wurde die heutige Burg Latsch nicht als Burg zum Wohnen oder für die Verteidigung errichtet. Stattdessen wurde sie gegen 1290 als einzige Wasserburg des Vinschgau erbaut. Dieser ursprüngliche Turm existiert noch heute als Wohnturm.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Anlage zu einer Burg ausgebaut und so, wie sie heute steht, existiert sie seit ihrem Wiederaufbau von 1842. Zwischen 2002 und 2007 wurde die Burg ausführlich saniert und ist seitdem in einem sehr guten Zustand. Jedoch hat das Anwesen, abgesehen vom Kern des Wohnturms, nichts mehr mit dem originalen spätromanischen Baustil aus dem Mittelalter gemeinsam. Vermutlich wurde die Anlage im 15. Jahrhundert umgebaut. Darauf lassen zumindest spätgotische Bauteile der Burg schließen. Wahrscheinlich ließ der Tiroler Landesherr Graf Meinhard II. den Turm erbauen und gab ihn daraufhin Otto von Latsch zu Lehen. Im Jahr 1313, nachdem der Gerichtssitz nach Schlanders verlegt worden war, ging die Burg als Erbe an Heinrich von Partschins. Nach dessen Tod erbten die drei Söhne den Turm und während der nächsten Jahrhunderte wechselte das Bauwerk regelmäßig die Eigentümer. Im Jahr 1770 brach auf der Anlage ein Feuer aus, sodass das Bauwerk zu einer Ruine wurde. Die Kaiserin Maria Theresia war gegen einen Wiederaufbau und gab die Ruine dem Grafen Johann Michael von Mohr zu Lehen. Nachdem Juliana von Martin die Ruine im Jahr 1826 käuflich erworben hatte, begann 1842 die Wiederherstellung der Burg. Diese sorgte letztlich dafür, dass das originale Aussehen der Anlage gänzlich verschwand.

Ab 1950 kam Familie Oberhofer in den Besitz des Schlosses. Bis heute wird das Anwesen von dieser Familie bewohnt, die dort einen Apfel-Bio-Bauernhof betreibt. Der Apfelsaft der Marke "Eva Bio", der dort entsteht, kann auf dem Hof, online oder in Geschäften Südtirols käuflich erworben werden. Eine Besichtigung der Burg hingegen ist nicht möglich.

Erbaut: 13. Jh.

Adresse: Bahnhofsstraße, 14 Latsch

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