Die Etsch - Von Südtirol bis an die Adria

Die Etsch (ital. Adige) entspringt oberhalb von Reschen im oberen Vinschgau auf einer Höhe von 1550 m unweit der Grenzen zu Österreich und der Schweiz.

Mit einer Länge von 415 km ist sie der längste Fluss Südtirols und der zweitlängste Fluss in Italien.

Der obere Teil des Etschtals war bis ins 19. Jahrhundert überwiegend Sumpfgebiet und erst durch die Begradigung des Flusses wurde weiträumige Landwirtschaft möglich. Heute ist es eines der größten Apfelanbaugebiete Europas.

Das vom Etschgletscher während der letzten Kaltzeit (Würmzeit) geformte Tal bietet mediterranen Flair inmitten von gewaltigen Gebirgspanoramen und ist eines der sonnenreichsten Täler der Alpen. An bis zu 300 Tagen im Jahr ist hier mit Sonnenschein zu rechnen. Es beherbergt mächtige Burgen, berühmte Städte und idyllische Weinorte. Mit ihren sanften Gewässern und schönen Radwegen bietet sich die Etsch wunderbar dazu an ihrem Verlauf mit dem Rad oder auch zu Wasser im Kanu zu folgen. Entweder nur für eine kurze Teilstrecke oder komplett bis hin zum Po-Delta, wo sie in die Adria mündet.

Etsch in Naturns
Etsch mit dem Radweg bei Naturns

Ein Fluss mit vielen Facetten

Verlauf der Etsch durch den Vinschgau nach Meran

Von der Quelle in Südtirol bis hinunter an die Adria hat die Etsch vieles zu bieten: Atemberaubende Landschaften, belebte Städte, wie Meran, Bozen und Verona und ein vielfältiges Freizeitangebot, das jedem Naturliebhaber das Herz höher schlagen lässt.

Kurz nach ihrem Ursprung in der Nähe des Reschenpasses durchfließt sie die Ortschaft Reschen und dann in den Reschensee, an dessen Ostseite sich die neu errichtete Ortschaft Graun im Vinschgau befindet. Die vorherige Siedlung Altgraun wurde im Sommer 1950 geflutet um dem Stausee zu weichen. Die Bewohner wurden damals kurzerhand umgesiedelt und alle Gebäude gesprengt. Alle, bis auf den unter Denkmalschutz stehenden 600 Jahre alten Kirchturm, der dort nun aus dem Wasser hervorragt. Dieser ist heute eines der beliebtesten Postkarten- und Fotomotive Südtirols.

Ein breites Freizeitangebot rund um den See lässt Sportbegeisterte Jahr für Jahr wiederkehren. Im Sommer locken Wassersportarten wie Kitesurfen und Segeln die Besucher an, aber auch die idyllischen Landschaften rund um den See, die dank des weitverzweigten und gut gepflegten Wegenetzes gemütlich mit dem Fahrrad oder zu Fuß erkundet werden können. Wer es dagegen gerne etwas rasanter mag kommt auf den vielen Mountainbike-Trails in der Umgebung auch auf seine Kosten.

Im Winter gern besuchte Highlights sind die Deutschen Snowkite-Meisterschaften und der rasante Eissegelwettbewerb. Darüber hinaus bieten die nahegelegenen Skigebiete Pisten, die mit Abfahrten von bis zu 850m hinunter bis direkt an den See reichen.

Nach Durchfluss des Haider Sees passiert die Etsch dann die malerischen Ortschaften Mals, Glurns, Schluderns und Laas.

Von Schlanders, dem Hauptort des Vinschgaus, bis ins Tieftal zwischen Latsch und Kastelbell findet sich ein Fliegenfischrevier, in dem man auf einer ca. 8 km langen Catch&Release-Strecke für 35€ pro Tag Regenbogen- und marmorierte Forellen fangen kann – vorausgesetzt, dass man sie danach auch wieder frei lässt.

Auf der Höhe von Naturns und Partschins zeigt der ansonsten eher ruhige Fluss sich dann von seiner wilderen Seite. Wer das Wasser und die Stromschnellen nicht scheut kann sich hier in Aktivitäten wie Rafting, Kayaking, Hydrospeed oder Canyoning üben.

Doch auch wer lieber trocken bleiben mag kann in dieser Gegend des Vinschgaus viel erleben. Denn nicht nur rund um den Reschensee, sondern auch hier ist der Vinschgau ein wahres Paradies für Mountainbiker und Radfahrer. Ob einfach zu befahrene Wege oder anspruchsvolle Höhenwege und Gipfeltouren. Hier ist für jeden etwas dabei.

Die berühmte Römerstraße via Claudia Augusta führt durch den gesamten Vinschgau und bezaubert durch ihr einzigartiges Panorama.

In der Sport- und Freizeitanlage Trattla im Martelltal können Sie sich in der modernen Kletterhalle ausprobieren, ins Fitnessstudio gehen, Tennis spielen oder in gemütlicher Runde kegeln.

Auf der Raftbasis Adventure Südtirol findet sich neben einem Beachvolleyball- und einem Basketballplatz auch ein Kleinfußballfeld und ein bestens ausgestatteter Skatepark.

Weitere spannende Ausflugsziele sind das Schloss Juval, der Wasserfall Partschins und der Klettersteig Hoachwool.

An der Töll gelangt die Etsch vom Vinschgau in den Meraner Talkessel und zur ersten größeren Stadt auf ihrem Weg in Richtung Mittelmeer: Meran.

Die Kurstadt war bis ins 14. Jahrhundert die Hauptstadt der Grafschaft Tirol und zog Hochadel und namhafte Künstler wie Wassily Kandinsky, Franz Kafka und Rainer Maria Rilke in ihren Bann. Auch Kaiserin Sissi verbrachte hier gerne ihren Sommerurlaub. Das Schloss Tirol zeugt noch heute von der einst außerordentlichen politischen Bedeutung der Stadt.

Von Meran weiter nach Bozen, vorbei an Trient nach Verona

Bei Bozen im Südtiroler Unterland fließt die Etsch mit dem Eisack zusammen. Ab hier galt sie in früheren Zeiten als schiffbar und verband als eine der wichtigsten Handelsstraßen den kühlen Norden mit dem sonnigen Süden. In dieser zweisprachigen, vom Handel geprägten Landeshauptstadt Südtirols können Sie nicht nur Straßenschilder sehen, die sowohl mit dem deutschen als auch mit dem italienischen Straßennamen beschriftet sind, sondern auch der berühmten Gletschermumie Ötzi einen Besuch abstatten, die hier im Südtiroler Archäologiemuseum ihre letzte Ruhestätte gefunden hat.

Wenige Kilometer südlich von Bozen befindet sich die Bletterbachschlucht, an deren Wänden Sie anhand der verschiedenen Gesteinsschichten bis zu 40 Millionen Jahre in die Vergangenheit blicken kann. Es werden regelmäßig internationale Forschungsprojekte dort durchgeführt und selbst der ein oder andere Tourist stolpert beim erkunden der Schlucht nicht selten über interessante Fossilienfunde.

Auf gleicher Höhe, aber auf der Westseite der Etsch liegt der Kalterer See.

Der weitläufig von Weinreben umgebene See ist mit einer Fläche von 1,47 km² der größte natürliche Badesee Südtirols und zieht neben Schwimmern auch viele Segler und Surfer an. Auch Stand Up Paddling wird hier zunehmend populärer. Die Gegend um den See lädt auch hier zum Wandern und Radfahren ein.

Im weiteren Verlauf fließt die Etsch durch das Trentino, und ist weiterhin von einer beschaulichen Berglandschaft mit zahlreichen Skigebieten umgeben. Früher lief sie direkt durch das Stadtzentrum der Provinzhauptstadt Trient, wurde aber nach katastrophalen Überschwemmungen an den Stadtrand verlegt. Im Süden des Trentino verbindet ein 10 km langer Tunnel die Etsch mit dem Gardasee. Dieser kann geöffnet werden, um Wasser vom Fluss in den See zu leiten und so darunter gelegene Städte wie Verona vor Hochwasser zu schützen.

Der größte See Italiens ist benannt nach der an seinem Ostufer befindlichen Gemeinde Garda und ist wohl eines der weltweit bekanntesten Tourismusgebiete entlang der Etsch, welche sich hier durch die geschichtsträchtige Veroneser Klause schlängelt. Eine Engstelle im Tal, die nicht nur einer der schönsten Abschnitte des Flusses ist, weil hier massive Felswände direkt bis ins Wasser abfallen, sondern auch über die Jahrhunderte immer wieder Schauplatz von Kämpfen und Blockaden wurde.

Danach schlägt die Etsch einen Bogen ostwärts, wo sie mitten durch das Herz von Verona, der Hauptstadt Venetiens fließt. Hier können Sie das berühmte Amphitheater aus der Römerzeit bestaunen oder auch die jährlich im Sommer stattfindenden Opernfestspiele besuchen.

Nach Verona wird die Etsch fortwährend breiter und sanfter und windet sich in langen Schleifen durch die Po-Ebene, bis sie dann letztendlich bei Porto Fossone in das Adriatische Meer mündet. Dort bildet sie die nördliche Begrenzung des Po-Deltas, das Heimat für Flamingos und zahlreiche Zugvögel ist.

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