Schlandersburg

In Auftrag gegeben wurde die wunderschöne Schlandersburg gegen 1600 von der Familie Hendl und sollte als reines Wohnschloss dienen. Jedoch wurde die Burg nicht neu erbaut. Stattdessen wurde ein ursprünglich vorhandener, rechteckiger Bau, der mittlerweile in den Westflügel integriert ist, erweitert. Heute zählt das Anwesen zu einem der bedeutendsten Bauten im Renaissance-Stil. Vermutlich wurde die Burg zwischen 1609 und 1610 fertiggestellt. Dies lässt sich zumindest aufgrund erhaltender Jahreszahlen, die in das Mauerwerk eingraviert wurden, erahnen.

Ein marmorgerahmtes Rundbogentor führt die Besucher in den Garten der Burg. Das Anwesen befand sich bis zum Ende des 18. Jahrhunderts in Besitz der Grafen Hendl, bevor sie zum Eigentum der Grafen Trapp wurde. Diese behielten die Anlage jedoch nicht, sondern gaben sie ebenfalls ab. Dadurch wechselte das Anwesen über die Jahrhunderte hinweg mehrmals ihre Besitzer. Im Jahr 1988 ging die Burg in den Besitz des Landes Südtirol über.

Heutzutage befinden sich darin eine öffentliche Bibliothek, das Arbeitsamt sowie das Forstamt. Zudem können sich Besucher dort eine Menhir Ausstellung ansehen. Die beiden großen Menhire aus Marmor wurden 2012 in der Gemeinde Schlanders ausgegraben und befinden sich nun in der ehemaligen Schlosskapelle, der heutigen Bibliothek. Besucher können sich beide Statuen ansehen und erhalten dafür durch Tablets interessante Hintergrundinformationen. Zusätzlich werden in der Ausstellung 18 aus dem Raum Trentino-Südtirol stammende Bildstelen aus Metall gezeigt. Besonders sehenswert sind die Grisaillemalereien sowie die mit Sgraffitomustern verzierten Kamine. Auch die barocke Sonnenuhr, die an der Außenwand des südlichen Querbaus angebracht wurde, ist eine Besichtigung wert. Zudem lohnen sich ein Blick in den Innenhof und in die Halle im Ostflügel, die beide mit Flusskieseln gepflastert sind.

Für Geschichtsbegeisterte lohnt sich ein Blick ins Obergeschoss des Ostflügels, wo sich das sogenannte „Richterzimmer“ aus dem 19. Jahrhundert befindet. Die Wände des Zimmers sind mit Tapetenmalereien von Leopold Strickner, einem österreichischen Maler und Kupferstecher, verziert. Kunstinteressierte sollten sich auf jeden Fall die Marmorbüsten von Kaiser Leopold I. und Kaiser Joseph I., die von Gregor Schwenzengast gefertigt wurden, ansehen.

Erbaut: 1610

Adresse: Schlandersburgstraße, 6 Schlanders

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